"Unwetterwarnung" - Was tun bei hohen Außentemperaturen?

"Unwetterwarnung" - Was tun bei hohen Außentemperaturen?

In den nächsten Wochen wird es verdammt heiß – Was heißt das für uns, was heißt das für unsere Kühe?

Kuhkraft gibt Ihnen zwei goldene Regeln für das Management von Milchkühen bei hohen Außentemperaturen an die Hand.

Regel Nr. 1: Ich kühle meine Kühe, was das Zeug hält!
Neuigkeiten Mai: Ventilation
  • Meine bereits im Frühjahr im Stall angebrachten Ventilatoren laufen während der kommenden Woche Tag und Nacht auf Volllast. Wie wir alle wissen, ist die Produktion von Milch ein Prozess, bei dem Wärme frei wird. Es geht um nichts weniger, als die Abwärme, die die Kuh produziert, möglichst schnell und konstant von dem Tier wegzublasen. Dazu sind Windgeschwindigkeiten von mindestens 2 m/s, am Kopf der liegenden Kuh gemessen, notwendig.
  • Die ebenfalls im Frühjahr installierten Kuhduschen erhöhen dabei den durch die Ventilatoren erzielten Kühlungseffekt merklich. Allerdings darf durch die Dauerberieselung die Boxeneinstreu nicht in Mitleidenschaft gezogen, d.h. feuchter werden.
Regel Nr. 2: Ich passe mein Fütterungsmanagement den Gegebenheiten an!
Wichtig bei hohen Außentemperaturen: Super scharfe Messer!
  • In den nächsten Tagen achte ich noch einmal ganz besonders auf meine Futterhygiene. Nacherwärmung am Silostock und/oder Schimmelstellen entferne ich großzügig und lasse auf keinen Fall zu, dass so etwas in meinen Mischwagen fällt. Wenn ich eine automatische Fütterung besitze, wird die Futterküche nun täglich frisch bestückt und zwischendurch ausgefegt.
  • Die super scharfen Messer in meinem Mischwagen lasse ich aktuell 5 Minuten länger arbeiten, um meinen Kühen einen noch homogenere Ration zu präsentieren, um ihnen noch weniger Möglichkeiten zur Selektion zu bieten.
  • Mir ist bewusst, dass der Zusatz von Wasser in der Ration zwar die Homogenität meiner Mischung verbessert, die Stabilität im Trog bei hohen Außentemperaturen jedoch vermindert.
  • In der nächsten Woche füttere ich aus diesem Grund meine Kühe lieber zweimal am Tag statt wie gewohnt nur einmal.
  • Der Zusatz von Kaliumsorbat (300 g/Tonne Mischfutter) garantiert mir dabei zusätzlich die Stabilität meiner TMR.
  • Vor jedem Abladen fege ich den Futtertisch gründlich, weil ich weiß, dass Futterreste die Stabilität der frisch abgeladenen Ration extrem verkürzen.
  • Meine „auf Kante gefahrene“ Ration entschärfe ich in dieser Woche dadurch, dass ich den Faseranteil erhöhe bzw. die Konzentratmenge reduziere. Ich lade zum Beispiel für 100 Tiere Grundfutter, jedoch nur für 98 Konzentrat. Statt der laut Ladeliste notwendigen 300 g lade ich in der nächsten Woche 500 g gemahlenes Stroh.

Wenn ich diese zwei goldenen Regeln in der nächsten Woche beherzige, dann melke ich weiter viel Milch von guten, gesunden, sich wohlfühlenden Kühen!

Für das Kuhkraft Team bin ich Ihr Franz Zimmer