Q-Tipps im September

Q-Tipps im September

Hochgeschätzte Milchviehhalterin, hochgeschätzter Milchviehhalter, wieder möchten wir Sie mit den Q-Tipps im September über Neuigkeiten aus unserer Praxis informieren:

? MAISERNTE AKTUELL

Q-Tipps im September: Kinder präsentieren Maiskolben

Das dritte Jahr in Folge hat Kuhkraft-Land mit einer übermäßigen Trockenheit bzw. deutlich zu geringen Niederschlägen kämpfen.

Sahen unsere Maisäcker im Juni noch bestens für hohe Erträge präpariert aus, mussten einige Kuhkraft Landwirte bereits Ende August mit der Maisernte beginnen, weil die Pflanzen regelrecht vertrocknet, die Kolben jedoch nur teilweise komplett mit Körnern gefüllt waren. Die Folgen davon sind sinkende Erträge unter 30 t/Hektar und geringe Stärkegehalte. Die ersten Analyseergebnisse von Frischmaisproben haben Ergebnisse zwischen 16 und 28 % geliefert. Wir können die Messlatte also nicht allzu hoch legen.

Um dennoch das Beste daraus zu machen und eine qualitativ ansprechende Maissilage zu ernten, beachten Sie die nachfolgenden Tipps:

1. Der wichtigste Faktor ist die Trockensubstanz!

In diesem Jahr sind Trockensubstanzgehalte von 32-34 % in den meisten Regionen durchaus möglich. Folgende Vorteile lassen sich davon ableiten:

  • Zum einen liegen der absolute Fasergehalt (NDF <40 %) und die Faserverdaulichkeit der Maispflanze  (NDFD30 >65 %) bei diesen TS-Gehalten im optimalen Bereich,
  • zum anderen dringt die Feuchtigkeit der Restpflanze schneller in das vermahlene Korn ein, sodass die Verdaulichkeit der Stärke bereits nach kürzerer Silierzeit eine effektive Nutzung im Pansen möglich macht.

Silagen mit TS-Gehalten unter 27 % enthalten oft noch zu viel Zucker, der bei der Vergärung zu Buttersäure und dann von den Kühen nicht gefressen wird. TS-Gehalte über 35 %, das haben wir bei der letzten Maisernte schmerzlich erfahren müssen, sind einfach im Silo deutlich schlechter zu verdichten. Das verursacht zum einen mehr Verluste im Stock und zum anderen kranke Kühe im Stall.

Deshalb gilt die Regel: Lieber auf das letzte Prozent Stärke verzichten, aber dafür den idealen Trockensubstanzgehalt erreichen!

2. Man achte auf die Häcksellänge!

Wenn wir mehr Grundfutter in unsere Kühe hineinbekommen wollen, dann muss die Angriffsoberfläche für die Panseninfusorien möglichst groß sein, damit diese die ihnen angebotenen Nährstoffe möglichst schnell verdauen können. Noch einmal sei erwähnt, dass die Mindestlänge für eine physikalische Aktivität im Pansen bei 4 mm liegt, wir haben also mit einer Häcksellänge von 6-8 mm überhaupt keine Schwierigkeiten, eine stabile Fasermatte im Pansen aufzubauen.

Die Maishäcksler sollten die Pflanze auf eine Länge von 6-8 mm klein schneiden.

3. Die Einstellung des Korncrackers nicht unterschätzen!

Denn dies hat einen großen Effekt auf die Milchleistung. Je besser das Korn vermahlen ist, desto höher ist auch die Verdaulichkeit der Stärke! Wir wollen daher einen hohen Vermahlungsgrad, d.h. Kornpartikelgrößen, die kleiner als 5 mm sind. Immer wieder müssen wir bei der Begutachtung der Maissilage im Stock feststellen, dass die Maiskörner zu grob vermahlen sind und dadurch die optimale Nutzung der Stärke im Pansen der Kühe deutlich vermindert wird. Nun liegt das „Zeug“ im Silo und wir müssen ein ganzes Jahr lang damit auskommen. Sie sehen also, wie wichtig es ist, gerade an den Erntetagen hellwach zu sein. 

Achten Sie bitte darauf, wenn die ersten Wagen auf ihrem Silo angekommen sind und machen Sie Ihren Lohnunternehmer darauf aufmerksam, die Walzen gegebenenfalls enger zu stellen.

4. Jeder weiß: Die Verdichtung im Silo ist alles!

Um ordentlich zu verdichten, brauche ich ein entsprechendes Packgewicht. Dieses Packgewicht liegt bei etwa 400 kg pro Tonne ins Silo gebrachter Maissilage. Wenn ich nun weiß, dass pro Stunde beispielsweise 100 t Maissilage in meinem Silo landen, dann benötige ich folglich ein Packgewicht von 40 t. Beachten Sie dies bei der Planung ihrer Ernte!

Überverdichten geht nicht!

5. Zum Schluss noch: Siliermittel ja oder nein?

Wenn ich den pH-Wert im Stock möglichst schnell unter einen Wert von 4,5 kriege und der Anteil an Milchsäure mindestens zwei Drittel meiner flüchtigen Fettsäuren ausmacht, dann habe ich alles richtig gemacht und brauche auch kein Silierhilfsmittel. Wenn ich jedoch Zweifel daran habe, die vorgenannten Werte zu erreichen, ist die Silierhilfe durchaus sinnvoll. Für Maissilage gibt es seit einigen Jahren ein Produkt, welches das Öffnen des Silostocks bereits nach 10-12 Tagen ermöglicht.

Diese Silierhilfe kann also durchaus hilfreich sein, wenn ich gezwungen bin, die neue Ernte umgehend zu verfüttern.

Kuhkraft-Land steht im dritten Jahr vor einer mäßig bis guten Maissilage Ernte, machen Sie das Beste daraus, damit gute, gesunde Kühe im kommenden Jahr richtig viel Milch geben können.

? Boosten Sie das Immunsystem ihrer Kälber: JETZT!

Wir spüren es deutlich, der Herbst hält Einzug! Das tückische an dieser Jahreszeit sind die großen Temperaturunterschiede von zum Teil mehr als 20°C zwischen Tag und Nacht. Gerade aktuell im Altweibersommer, wenn es tagsüber sogar mehr als 30°C hat, die nachts jedoch bis auf 5°C abkühlen, dann wird das Immunsystem unserer Kälber auf eine harte Probe gestellt.

Besonders die jungen Tiere bis zum vierten Lebensmonat, deren Atmungsapparat noch voll in der Entwicklung steckt, können die Herausforderung dieser Jahreszeit kaum kompensieren. In der Folge sind Rindergrippe bzw. Lungenentzündung an der Tagesordnung. So steigt die Anzahl chronisch lungenkranker Kälber. Die Tiere bleiben dann zurück, entwickeln sich schlechter und die Milchleistung nach der ersten Kalbung ist mangelhaft.

Sie erkennen schnell, Ihre Kälber gegen Grippe impfen zu lassen, stellt keine Lappalie dar, sondern ist eine dringende Notwendigkeit. Dabei müssen die Impfschemata auf den jeweiligen Betrieb angepasst werden: Im Standard impfen wir die Tiere ab dem 8. Lebenstag intranasal und vier Wochen später folgt die intramuskuläre Wiederholungsimpfung.

Also, nichts wie los, Sie melden Ihre zu impfenden Kälber bei Kuhkraft an, wir kümmern uns dann um den Rest.

? Kuhkraft bleibt auch in Coronazeiten am Ball

Kuhkraft ist immer wieder bemüht, Sie, liebe KundInnen, mit Fortbildungsveranstaltungen oder Workshops auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand zu halten. Nun hat die Pandemie in diesem Jahr die Welt verändert. Wir müssen unsere Räumlichkeiten neu planen, aber es ist auch deutlich schwieriger geworden, interessante Referenten zu bekommen, da diese entweder aus einem Risikogebiet kommen oder selbst keine größeren Reisen unternehmen wollen, um einer Ansteckung vorzubeugen. Kuhkraft versucht dennoch, das Beste möglich zu machen. Wir halten Sie dahingehend auf dem Laufenden.

Schauen Sie regelmäßig hier vorbei, um als erste/r über anstehende Veranstaltungen informiert zu sein.

Für das Kuhkraft-Team bin ich Ihr Franz Zimmer