Q-Tipps im Oktober

Q-Tipps im Oktober

Hochgeschätzte Milchviehhalterin, hochgeschätzter Milchviehhalter, wieder möchten wir Sie auf diesem Wege über Neuigkeiten im Oktober aus unserer Praxis informieren:

? Ernte aktuell

Die Gerste liegt im Boden, die Weizensaat ist in vollem Gange. Die Maisernte in Kuhkraft-Land ist fast vollständig abgeschlossen.

Nur noch vereinzelt stehen kleinere Flächen mit Nachbaumais, der schlichtweg noch nicht reif ist. Der Ertrag beläuft sich laut Auskunft unserer Kuhkraft-Kunden zwischen 30 und 35 t je Hektar, das ist alles in allem zufriedenstellend. Die ersten Probenergebnisse sind zurück und auch die ersten Rationen sind bereits umgestellt, allerdings nicht immer zur Zufriedenheit unserer Landwirte hinsichtlich der Ergebnisse.

Eine Analyse:
  • Der NDF Gehalt bewegt sich im Schnitt um die 40 %. Das ist nicht ganz optimal, damit können wir aber trotzdem Milch melken.
  • Denn wichtiger ist die Verdaulichkeit dieser NDF! Und diese liegt bei den aktuellen Proben ganz unterschiedlich. Während eine NDFD30 von 69 % eine richtig gute Verdaulichkeit der Restpflanze und damit eine hohe Futteraufnahme vorher sagt, kommen die Kühe mit einer NDFD30 von knapp 60 % bei Weitem nicht hinterher, die Pflanze im Pansen einer entsprechend hohen Passagerate zu verdauen.
  • Die Stärkegehalte schwanken mittlerweile zwischen 16 % und 35 %! Da liegen Welten dazwischen, bei dem, was da an Milch herauskommen kann. Nun ist auch noch der Stärketyp von entscheidender Bedeutung. Während wir bei einer NDFD7 von 68 % die im Pansen lösliche Stärke suchen gehen können, ergeben aktuelle Analysen mit einer Stärkeverdaulichkeit von 77% nach 7 Stunden eine komplett andere Situation für die Panseninfusorien der Kühe. Diese Verdaulichkeiten beziehen sich ausschließlich auf den Stärketyp, sie haben nichts mit dem Vermahlungsgrad der Körner zu tun. So lässt sich etwa bei einer NDFD7 von 68 % und nur ganz grob vermahlen Körnern absolut keine Milch aus unserer Maissilage melken.
  • Als letztes spielt dann noch der Eiweißgehalt bzw. die Löslichkeit dieses Eiweißes bei der Rationsgestaltung eine wichtige Rolle. In maislastigen Rationen kann bei einem Rohproteingehalt von 8 % und einer Löslichkeit von 70 % der Harnstoffgehalt ganz schnell in schwindelerregende Höhen gleiten.
  • Zum Schluss noch einmal der Hinweis, dass es für die effektive Nutzung der Stärke in der Maissilage absolut sinnvoll ist, das Siliergut mindestens acht, besser zwölf Wochen in Ruhe lagern zu lassen. Die Feuchtigkeit der Restpflanze muss zuerst einigermaßen in das gemahlene Maiskorn einziehen, bevor eine entsprechende Löslichkeit im Pansen gegeben ist.

Sie, liebe MilchviehhalterInnen in Kuhkraft-Land, erkennen ganz schnell nach der Lektüre der letzten Zeilen, dass Rationsgestaltung nichts für Laien ist. Wir von Kuhkraft-gute, gesunde Kühe sind für Sie Tag und Nacht im Einsatz, um die Fütterung unserer Milchkühe möglichst effektiv hinsichtlich Gesundheit und Leistung zu gestalten.

Nutzen Sie dieses Angebot! Jetzt!

? Grippezeit-Impf-Zeit: Die Kampagne ist in vollem Gange!

Kälber ab dem 10. Lebenstag wirkungsvoll gegen Grippe zu schützen, das ist mittlerweile einfach geworden. Mit dem intranasalen Impfstoff wird das junge Kalb direkt in die Lage versetzt, lokale Abwehrstoffe zu bilden. Und zwar an der Stelle, an der die Erreger normalerweise eintreten. Die zweite Impfung vier Wochen später verstärkt dann diesen Impfschutz und hält unsere Kälber gesund.

Hier ein paar Punkte zur Verbesserung des Impfschutzes:
  • Das Durchfallkalb hat immer ein geschwächtes Immunsystem und ist daher immer das erste Tier, das auch mit einer Bronchopneumonie zu kämpfen hat. Vermeiden Sie deshalb Durchfall bei Ihren Kälbern!
  • Überbelegung hat ein geschwächtes Immunsystem und eine deutlich höhere Ammoniakbelastung der Tiere zur Folge. Die Wirkung der Impfung ist dadurch deutlich reduziert. Vermeiden Sie deshalb Überbelegung bei Ihren Kälbern!
  • Der Amerikaner nennt dies „Nestingfactor“: Das bedeutet, dass die Einstreumenge so hoch sein muss, dass das Kalb wie der Vogel in seinem Nest liegt. Sorgen Sie deshalb für eine genügend dicke Einstreumenge bei Ihren Kälbern!
  • Die Windgeschwindigkeit im Kälberstall sollte nicht höher als 0,2 m/s sein. Höhere Durchflussraten schwächen das Immunsystem der Tiere. Vermeiden Sie deshalb unkontrollierte Luftbewegungen in Ihrem Kälberstall!
  • Wenn Grippesymptomatik bereits in einer Gruppe aufgetreten ist, dann dürfen auf keinen Fall neue Tiere dazugestallt werden. Es ist ganz klar, dass das nur einmal geimpfte Tier diesem Druck nicht standhält. Sorgen Sie deshalb möglichst für ein Rein-Raus-Verfahren in Ihrem Kälberstall!

? Weideabtrieb ist angesagt

Der Oktober ist da, die Wiesen sind durch den Niederschlag der letzten Tage tatsächlich wieder etwas grüner geworden. Dennoch dürfen wir davon ausgehen, dass unsere Weiderinder bereits ab Juli zu wenig Energie haben aufnehmen können. Die Rinder hätten daher schon viel früher in den Stall gemusst, um deren ausreichende Versorgung zu gewährleisten! So kommt es denn derzeit nicht selten vor, dass wir hochtragende Weidetiere mit Rückenfettdicken von 25mm und weniger messen. Da kann nach der nächsten Kalbung keine Laktationsspitze kommen; es fehlen schlichtweg die dafür notwendigen Reserven! Darüber hinaus herrscht auf der Weide bekanntlich ein wesentlich höherer Parasitendruck als im Stall. Also ist es absolut sinnvoll, jedes Weidetier, egal ob Rind oder trocken stehende Kuh, mit der Aufstallung auch zu entwurmen.

? Kuhkraft macht ernst: Wir verbinden Tiergesundheit mit Betriebsorganisation!

Schon länger hat sich Kuhkraft bemüht, die Betriebe hinsichtlich Struktur und Management zu unterstützen. Wir wissen, dass ein optimal organisiertes landwirtschaftliches Unternehmen nicht nur in der Unternehmensführung und bei den Angestellten zu deutlich mehr Lebensqualität führt, es wirkt sich auch direkt und ohne Umschweife auf die Gesundheit und damit die Leistung unserer Kühe aus. Letztendlich steht auch der ökonomische Nutzen eines optimal gemanagten Betriebes im Vordergrund. Nun ist es Kuhkraft-gute, gesunde Kühe gelungen, eine absolute Fachkraft für Betriebsorganisation und Betriebsführung zu gewinnen.
In den nächsten Monaten werden wir diesen neuen Zweig im Kuhkraft-Portfolio weiter ausbauen, um Ihnen weitere interessante Dienste anbieten zu können. Sie dürfen gespannt sein!

Für das Kuhkraft-Team bin ich Ihr Franz Zimmer