Q-Tipps im November

Q-Tipps im November

Hochgeschätzte Milchviehhalterin, hochgeschätzter Milchviehhalter,
wieder möchten wir Sie auf diesem Weg über Neuigkeiten im November aus unserer Praxis informieren:

? FÜTTERUNG AKTUELL

Oh je! Was machen wir jetzt?! Die Milch geht runter, die Inhaltsstoffe gehen hoch!

Mit der Umstellung der Rationen auf die Maissilage aus dem Jahr 2020 sind dies die aktuell am häufigsten getätigten Hilferufe. Was können wir tun? Woran liegt das? Ich will im Folgenden einige Erklärungsversuche vornehmen:

  • Der wichtigste Grund, warum die Maissilage nicht milkt, liegt darin, dass die Stärke im Maiskorn selbst durch die zu kurze Lagerdauer bzw. einen noch nicht vollständig abgeschlossenen Fermentationsprozess im Silo für den Pansen faktisch nicht verfügbar ist. Wenn dann noch ein schlechter Vermahlungsgrad der Körner hinzukommt, sinkt dieser Maispartikel nach der Futteraufnahme langsam im Pansen nach unten. Er schafft es nicht, sich während dieser Zeit im Pansen zu lösen, wird mit der nächsten Pansenkontraktion in nachgelagerte Verdauungsorgane weitergeschoben und ist damit für die Bildung von Propionsäure, dem wichtigsten Ausgangsstoff für die Milchproduktion, nicht mehr verfügbar. Wir wissen, dass etwa 75 % der Milchmenge durch die Verdauung der Nährstoffe, speziell der Stärke, im Pansen generiert werden.

? Kurz gesagt: Ohne Stärke im Pansen keine Milch!

  • Ein zweiter Aspekt für die geringe Milchausbeute im 20er Mais ist das vielfach zu weite Verhältnis von Faser- und Stärkegehalt. Je höher der NDF-Gehalt der Silage (> 40 %) und je weniger Stärke (< 30 %), desto mehr überfrachten wir den Pansen mit Faser und machen die Stärke dadurch noch weniger verfügbar. Die Folge davon ist dann eine deutlich erhöhte Produktion von Essigsäure, die in der Konsequenz zu einer starken Erhöhung des Milchfettgehaltes führt.

? Kurz gesagt: Viel NDF im Pansen, viel Fett in der Milch!

  • Wenn dann noch jeweils schlechte Verdaulichkeiten von NDF und Stärke dazu kommen, können wir uns auf den Kopf stellen, dann melken wir aus der Maissilage, zumindest zum jetzigen Zeitpunkt, absolut keine Milch!
  • Sie sehen schnell, wie wichtig es ist, die Verhältnisse in der Maissilage genau beurteilen zu können. Denn wenn wir die Verdaulichkeiten der Faser wie die NDFD30 (= % verdaute Faser nach 30 Stunden) und die uNDFom240 (= % nicht verdaute Faser nach 240 Stunden) nicht kennen, wird es verdammt schwierig, eine sowohl wiederkäuer- als auch leistungsgerechte Ration zu kreieren.
  • Sie, liebe MilchviehhalterInnen in Kuhkraft-Land, erkennen ganz schnell nach der Lektüre der letzten Zeilen, dass Rationsgestaltung nichts für Laien ist.
    Wir von Kuhkraft-gute, gesunde Kühe sind für Sie Tag und Nacht im Einsatz, um die Fütterung unserer Milchkühe möglichst effektiv hinsichtlich Gesundheit und Leistung zu gestalten. Nutzen Sie dieses Angebot! Jetzt!

? MAISSAATGUT: WELCHE SORTE IST 2021 DIE BESTE FÜR MICH?

In diesen Tagen werde ich vielfach auf diese Frage angesprochen. Das liegt einerseits daran, dass die zwanziger Maissilage nicht milkt und andererseits sind die Saatgutverkäufer bereits unterwegs, ihre Ware für das kommende Frühjahr abzusetzen.

Kuhkraft-gute, gesunde Kühe hat keine Kosten und Mühen gescheut, um den fachlichen Rat eines Experten für Maissaatgut einzuholen.

Elmar Hoffmann von der Lama GmbH hat uns dazu seine Ausführungen geschickt. Wir hoffen, damit all Ihre Fragen beantwortet zu haben. Wenn nicht, zögern Sie nicht, kontaktieren Sie uns oder fragen Sie direkt Elmar Hoffmann: 0651 99 55 50 50 oder e.hoffmann@lamagmbh.de.

? KUHKRAFT UND CORONA

Jeden Tag hören wir es in den Nachrichten, die Infektionszahlen mit COVID-19 steigen auch in Kuhkraft-Land. Wir von Kuhkraft-gute, gesunde Kühe haben aus diesem Grunde folgende Vorsichtsmaßnahmen getroffen:

  • Sie, liebe KundInnen, bitten wir, uns unverzüglich zu informieren, wenn sich auf Ihrem Hof eine Corona-positive Person befindet oder Sie bzw. Ihre Familie in jüngster Vergangenheit Kontakt zu einer Corona-positiven Person hatten. Nur so können wir die entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen bei einem notwendigen Besuch unsererseits treffen.
  • Wir werden sie in Zukunft vor den Herdenbetreuungs-Terminen telefonisch kontaktieren, um die aktuelle Situation bei Ihnen auf dem Hof zu erfragen.
  • Im Gegenzug informiert Kuhkraft Sie unverzüglich, sollte sich in unserem Team jemand mit COVID-19 infiziert haben.

Machen Sie mit! Halten Sie sich bitte an die staatlichen Vorgaben, damit wir alle möglichst unbeschadet diese doch sehr schwierige Phase überstehen.

? KUHKRAFT UND DIE ZUKUNFT DER MILCHBAUERN

Folgen wir den aktuellen Berechnungen des Thünen-Instituts, können wir einigermaßen entspannt in die Zukunft blicken. Die Daten prognostizieren, dass der Milchpreis in Deutschland in den kommenden 10 Jahren bis auf knapp 37 ct/kg Milch steigen wird.

Diese Preissteigerung liegt nach Ansicht der Experten an zwei Gründen. Einerseits wächst die Weltbevölkerung weiter und wird, je nach Entwicklungsstand des jeweiligen Landes, ihre Milchproduktion zwar ausweiten, den eigenen Bedarf aber bei weitem nicht decken können. Andererseits steigt die Nachfrage nach Milchprodukten weltweit, da die Einkommen in verschiedenen Entwicklungsländern weiter ansteigen werden.

Allerdings werden die Milchpreise in Deutschland weiterhin stärkeren Schwankungen unterworfen sein. Das liegt daran, dass die Preise immer enger an das Weltmarktniveau gekoppelt werden.

Wie wir sehen, wird es auch in Zukunft Milchbauern geben, die mit ihren Kühen Geld verdienen können. Wenn diese sich immer mehr um das Verstehen ihrer Tiere bemühen, werden sie damit auch weiterhin viel Milch melken können.

Für das Kuhkraft-Team bin ich Ihr Franz Zimmer