Q-Tipps im Mai

Q-Tipps im Mai

Hochgeschätzte Milchviehhalterin, hochgeschätzter Milchviehhalter, wieder möchten wir Sie auf diesem Wege über Neuigkeiten in unserer Praxis informieren:

„Der Mai ist gekommen, die Wiesen schlagen aus…“

Endlich ist es wieder soweit, die spannende Zeit beginnt:
Wann ist mein erster Schnitt reif?
Wann kommt für meine Flächen
der optimale Zeitpunkt zum Silieren?

Neuigkeiten Mai: 1.Schnitt

In diesem Frühjahr ist es gar nicht so leicht, diesen optimalen Zeitpunkt zu bestimmen. Zum einen fehlt es in Kuhkraftland noch an Bodenfeuchte. Zum anderen führt der aktuelle Kälteeinbruch zu einem Wachstumsstopp der Pflanzen, die Nachtfröste haben bereits vielerorts zu braunen Spitzen an den Gräsern geführt.
Nichtsdestotrotz, die Ansaaten alle wegsiliert, die waren bereits vor Ostern erntereif. Etwa 10 % der Kuhkraft Betriebe haben die schönen Tage um den 1. Mai dazu genutzt, auch ihr restliches Grünland zu mähen und ordentlich ins Silo zu bringen.
Wie schrieb ein Kunde doch am vergangenen Mittwoch: Die 7 MJ sind unterwegs! Das ist die richtige Einstellung, genau dafür sind wir unterwegs, um Top-Grassilagen zu ernten, um damit unsere topleistenden Herden optimal versorgen zu können.
Wir dürfen auf die ersten Silage Analysen gespannt sein!

Noch ein Wort zum zweiten Schnitt:

In den vergangenen vier Jahren wurde uns in Kuhkraftland der zweite Schnitt immer zu alt, selbst bei eingehaltenen 28 Tagen Mäh-Abstand. Dies kam dadurch zustande, dass es nach dem ersten Schnitt während eines Zeitraums von 10-14 Tagen nicht regnete und entsprechend warm war. Die fehlende Feuchtigkeit und die Wärme trieben die Pflanzen sehr schnell in die Blüte und damit in die Verholzung. Ligningehalt und die uNDFom240 lagen in der Folge deutlich zu hoch.
Achten Sie also Mai darauf, wie weit ihr Grünland ist, um das Gras auch dann zu ernten, wenn der optimale Reifezeitpunkt gekommen ist und um so auch beim zweiten Schnitt eine Topqualität zu ernten.

Kuhkraft ventiliert

Neuigkeiten Mai: Ventilation

Es ist erstaunlich, wie nachhaltig die Wirkung des letzten Superhitze-Sommers auf Kuhkraft Kunden war.
Die Bereitschaft, den Kühen in der warmen Jahreszeit zu helfen, mit Hitzestress besser fertig zu werden, ist enorm gewachsen. Nahezu allerorts in Kuhkraftland wurde eine entsprechende Ventilation in den Ställen eingerichtet bzw. sind die Ventilatoren in Planung.
Dies freut und erleichtert die Kühe und uns von Kuhkraft-gute, gesunde Kühe doch sehr, wissen wir doch um die negativen Folgen für Leistung und Gesundheit unserer Tiere.

Folgende Aspekte sollten wir bei der Einrichtung einer Ventilation unbedingt beachten:
  • Die Ventilation dient in erster Linie dazu, den Hitzestau, der zwischen stehenden, zum Beispiel im Vorwartehof, aber vor allem zwischen liegenden Kühen entsteht, möglichst gering zu halten. Ziel muss es also sein, auch bei höheren Außentemperaturen eine möglichst 14-stündige Liegezeit anzustreben.
  • Dazu ist es notwendig, die Tiere direkt anzublasen, Windgeschwindigkeiten von 2 m/s, am Kopf der Kühe gemessen, egal ob stehend oder liegend, sollten dabei erreicht werden. Diese hohen Windgeschwindigkeiten erreichen derzeit nur Vertikalventilatoren! Lassen Sie sich nichts vormachen, zuerst messen, dann die Kaufentscheidung treffen.
  • Es ist eine Mär, also absoluter Unsinn, dass Kühe, die diesen Luftbewegungen ausgesetzt sind, ein höheres Risiko für Atemwegsinfektionen haben. Das genaue Gegenteil ist der Fall, den Kühen geht es dadurch viel, viel besser!!
  • Für Herden, die eine Durchschnittsleistung von 30 kg und mehr, und dies ist in nahezu allen Kuhkraft Betrieben der Fall, pro Kuh und Tag auf die Waage bringen, beginnt dieses unangenehme Wärmegefühl bereits bei einer Außentemperatur von 12 °C. Gestresst fühlt sich die Kuh dann, wenn die Temperatur 15 °C und mehr erreicht hat. Dabei ist es noch mal ein großer Unterschied, ob die Herde besagte 30 kg oder 35 kg und mehr leistet. Die Abwärmeproduktion steigt durch erhöhte Milchleistung enorm und Ventilation wird zum Wirtschaftsfaktor! Wir sollten diese Daten bei der Einstellung unserer Sensoren bedingt berücksichtigen.
  • „Wenn es mir zu kalt ist, wenn es mir zu viel zieht im Stall, dann ist es meist für die Kühe genau richtig!“

Kuhkraft hat Nachschubschwierigkeiten bei der Blauzungenimpfung

Aufgrund eines Fehlers im Computersystem der Firma MSD Intervet wurde Blauzungenimpfstoff wild durch die Republik geliefert, jedoch nicht an die richtigen Stellen bzw. die Tierarztpraxen, die dringend auf diesen Impfstoff warten. Dadurch können wir aktuell die Nachimpfung der Tiere in einigen Betrieben nicht zeitgerecht durchführen. Auf Nachfrage hat uns die Firma MSD Intervet bzw. das Friedrich Löffler Institut versichert, dass die Boosterung auch noch nach acht Wochen einer Infektion mit dem Blauzungenvirus standhält. Auch der Eintrag in die HIT Liste wird für die Nachimpfung in dieser Zeit voll anerkannt. Sie müssen sich also weiter keine Sorgen machen. Sobald der Impfstoff angekommen ist, werden wir umgehend auf sie zukommen, um entsprechende Impftermine zu vereinbaren.

Kuhkraft schreibt EUTERGESUNDHEIT groß

Im vergangenen Winter und Frühjahr es vielen Kuhkraft-Betrieben gelungen, über bereits 5-6 Monate Tankzellzahlen von um die 100.000 zu erzielen. Das ist ein ein, wie ich finde, ganz großartiges Ergebnis!

Nun steht die Challenge vor der Haustür, diese hervorragenden Eutergesundheitsdaten auch über den Sommer hinweg zu halten. Dazu wollen wir Ihnen ein paar wichtige Tipps mit auf den Weg geben:

Kennzahlen im Griff behalten:
  • Die Neuinfektionsrate bei den Melkenden sollte 15 % nicht übersteigen. Hygiene in den Boxen sowie Hygiene und Desinfektion beim Anrüsten und ein entsprechendes Postdipping sind hier die entsprechenden Schlagworte.
  • Periodenhaft höhere Neuinfektionsraten führen zu mehr chronisch euterkranken Kühen, deren Anteil 10 % keinesfalls überschreiten sollte. Es sind nämlich diese chronisch bzw. unheilbar euterkranken Kühe, die das größte Infektionsrisiko für die melkende Herde darstellen. Die Merzung dieser Tiere ist dabei der einzig gangbare Weg.
Ration im Griff behalten:
  • Wie wir alle wissen, wie uns jedoch selten bewusst ist, wird die Milch im Euter über die 24 Stunden eines Tages hinweg zwischen den Melkzeiten permanent produziert. Sowohl für die Leistung als auch für die Tiergesundheit ist es daher von herausragender Bedeutung, diese permanente Milchproduktion durch möglichst konstante Nährstoffflüsse zu garantieren. Jegliche Schwankungen in der Nahrungszusammensetzung sind daher tunlichst zu vermeiden! Rationshomogenität heißt das Schlagwort! Nur die homogen gemischte Ration versorgt unsere Kühe rund um die Uhr mit genau dem, was sie rund um die Uhr brauchen.
  • Je höher der Konzentratsanteil, desto schmaler der Grad – Gesundheit geht vor Leistung. Wenn ich die beschriebene Homogenität der Ration in der heißen Jahreszeit nicht garantieren kann, wird es sinnvoll, die Nahrungszusammensetzung zu entschärfen. Damit können das Risiko von pH-Wert Schwankungen in der Verdauung und damit Schwankungen auch im Immunsystem gesenkt werden
Umwelt im Griff behalten:
  • An erster Stelle sei hier die zuvor beschriebene Ventilation erwähnt. Hitze-Stress bedeutet immer auch zugleich Immun-Stress. Das bedeutet, den Abwehrsystemen des Körpers wird permanent derart viel abverlangt, dass diese Abwehr nicht mehr rund um die Uhr gewährleistet werden kann. Dann kommt es nach einer permanenten Überbeanspruchung schneller zu einer Infektion.
  • Feuchtigkeit in Kombination mit der entsprechenden Temperatur lässt das Wachstum von Bakterien und Pilzen explodieren. Trockensubstanzgehalte der Einstreu von weniger als 70 % fördern das Wachstum von Krankheitserregern ungemein. Achten Sie daher auf das regelmäßige (spätestens alle 48 Stunden) Nachstreuen der Liegeboxen.

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Für das Kuhkraft Team bin ich Ihr Franz Zimmer