Q-Tipps im Mai

Q-Tipps im Mai

Liebe Menschen in Kuhkraft-Land,

die Begrüßungsfrage: „Wie geht‘s?“ hat in der Coronazeit ihr Dasein als reine Floskel hinter sich gelassen und lässt mich jedes Mal kurz innehalten und in die Kategorien einteilen: das Kuhkraft-Team ist gesund, wir haben bisher alle keine Anzeichen einer Corona-Infektion. Mein engstes Umfeld und meine Familie sind ebenso gesund. Das sind die wichtigsten Dinge.

Das tägliche Befinden schwankt wohl bei allen und so auch bei mir zwischen „Alles nicht so schlimm. Wir haben das im Griff!“  über „Wann ist es endlich vorbei?“ bis hin zu „Hilfe, habe ich genug Abstand gehalten? Sind wir vorsichtig genug?“.

Dabei können wir alle ein einigermaßen normales Leben führen. Das Leben auf dem Land bietet Freiheit. Der geerdete Beruf in der Landwirtschaft lässt uns alle die Haftung zu dieser auch nicht so schnell verlieren.

Inzwischen habe alle ihre „Umgangsformen“ und Schutzmaßnahmen verinnerlicht und wir haben alle die Hoffnung, dass diese uns ausreichend schützen. Dabei gibt mir die Routine der Besuche bei euch und die Gemeinschaft, die ich dadurch empfinde, große Sicherheit.

👨‍🏫 Der 8. Tag der Herdenbetreuung

Dass ich euch alle als eine Gemeinschaft wahrnehme, fällt mir auch immer am Tag der Herdenbetreuung auf, der meinem Empfinden nach etwas von einem Familientreffen hat. Dabei stelle ich immer wieder fest, dass ich ja gar nicht alle Familienmitglieder kennen.
Es verbindet alle die Hingabe zur Spezies Rind und der Wille, dieser ein optimales Umfeld und beste Bedingungen zu bieten. Und wir wollen diese wunderbaren Tiere immer besser verstehen lernen.

Auf den letzten Drücker konnten wir uns alle am 11. März 2020 im Kuhkraft-Werk zum 8. Tag der Herdenbetreuung treffen.
Um die Erkenntnisse über diese Tierart besser zu erfassen, haben wir auch dieses Jahr wieder die Daten aus euren Herden vorgestellt: Was hat sich verbessert, an welchen Stellen müssen wir noch intensiver arbeiten?

Im Laufe des Tages haben wir euch gedanklich mitgenommen zu einem Vergleich zwischen einem konventionellen und einem Bio-Betrieb, dem IOF, außerdem der Frage, wann es in wirtschaftlicher Hinsicht sinnvoll ist, zu remontieren. Hierzu konnte das Onlinemodul der Uni Wisconsin an exemplarischen Daten zweier Herden getestet werden. An der Stelle nochmals der Hinweis, dass wir gerne die Daten auch für euren Betrieb mit euch aufbereiten, um sie in das Modul einlesen zu können.  

Wie immer haben wir auch in diesem Jahr die besten Leistungen unserer Betriebe prämiert.
Die Preisverleihung in den Kategorien sind fotografisch festgehalten und können hier bestaunt werden. An dieser Stelle nochmals herzlichen Glückwunsch an die Gewinner für ihre harte Arbeit!

Der Tag der Herdenbetreuung stand in diesem Jahr unter dem Motto der Klauengesundheit mit dem Titel „Sie bewegt sich doch…“. So war der Gastredner am Nachmittag Prof. Dr. Alexander Starke von der Uni Leipzig, der mit zwei MitarbeiterInnen aus seinem Team Frau Dr. Bittner und Herr Kretschmann den Weg zu uns gefunden hat. Ebenso mit angereist war Heino Westermann, der als Klauenpfleger eine eigene Klauenpflegeschule betreibt und mit Prof. Starke in Austausch steht.
Die enge Zusammenarbeit zwischen den beiden hat ihren Anfang auf dem ersten Klauenworkshop von Kuhkraft im Jahr 2013 gefunden und von dieser Synergie kann die gesamte Kuhwelt bis heute profitieren. 

Ein besonderes Highlight des Tages war die Industrieausstellung von Klauenständen im Hof des Kuhkraft-Werks. Den ganzen Tag über konnten Klauenstände der Firmen KvK, Rosensteiner, Wopa und Findeisen begutachtet und mit Fachpersonal der jeweiligen Firma intensiver Austausch betrieben werden. Auch die Firma dsp Agrosoft stellte unter anderem ihr Modul zur Dokumentation von Klauenerkrankungen vor und Herr Dr. Kenndoff nahm sich viel Zeit für jeden die Mortellaro-Pflaster und deren Handhabung vorzustellen.

Wir bedanken uns bei allen Gästen und Teilnehmern für diese so gelungene Veranstaltung!

Wie sicher nicht unbemerkt geblieben ist, wurde der Tag sowohl foto- als auch videografisch festgehalten. Die Ergebnisse sind hier zu finden.

🐄 Intensivworkshop zum Thema Klauengesundheit

Auch am folgenden Tag beim Intensivworkshop zum Thema Klauengesundheit wurden die Teilnehmer von oben genanntem Fachteam betreut.

Nach einer theoretischen Einführung durch Prof. Starke konnte bereits am Vormittag viel praktisch umgesetzt werden, wenn auch zunächst an totem Material.
Am Nachmittag stellte die Familie Michel aus Haubern ihren Stall und ihre Herde zur Verfügung, damit alle Teilnehmer die am Vortag ausgestellten Klauenstände in Gebrauch zu sehen und ausprobieren konnten.
So wurde den Teilnehmern in Kleingruppen vom Pflegeschnitt über das korrekte Anbringen der Mortellaro-Pflaster bis hin zu komplizierten Eingriffen an der Klaue alles Wichtige veranschaulicht. Natürlich konnte jede und jeder auch selbst Hand anlegen.
Besonders lehrreich war der Stallrundgang mit Frau Dr. Bittner, die uns allen mit den Augen einer Klauenfachfrau sowohl die Vorteile als auch Verbesserungsmöglichkeiten des Stalls aufgezeigt hat. Schließlich beginnt Klauengesundheit bereits dort.

An dieser Stelle nochmals der Dank an Familie Michel und an alle, die mit großem Engagement die Teilnehmer betreut haben!

Auch von diesem Tag gibt es hier den ausführlichen Rückblick mit Fotos & Video. Man kann die Konzentration aller TeilnehmerInnen im Video regelrecht spüren.

Ob wir uns auch im nächsten Jahr wieder in der Form zum Tag der Herdenbetreuung plus Intensiv-Workshop treffen können, werden wir abwarten müssen.

Die Corona-Pandemie hat in den letzten Wochen durch einiges einen Strich gemacht, auf das wir uns gefreut haben. Verschobene Hochzeiten, abgesagte Konfirmationen, das Fußballspiel, für das man schon Karten hatte, und vieles mehr hat die Laune getrübt. Bei mir waren es die Beethoven-Symphonien, die ich in dieser Woche alle neune live genossen hätte. Man braucht keine Ahnung von klassischer Musik zu haben, um sich von der Hommage Beethovens an die „Natur“ und das Landleben in seiner sechsten Symphonie davon tragen zu lassen.

Einfach die Augen schließen und der eigenen Fantasie freien Lauf lassen. Denn wer hat mehr Bilder vom Landleben im Kopf als wir? Schöner kann man sie nicht vertonen.

📣 NEUERUNGEN ZUR BLAUZUNGENKRANKHEIT

Ab 1. April 2020 gelten neue Regeln zum Verbringen von Kälbern im Alter von unter 90 Tagen aus Sperrgebieten in freie Gebiete innerhalb Deutschlands.

Hierfür benötigt man nun keine negative Blutprobe mehr, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:

  1. Das Muttertier muss gegen BTV8 grundimmunisiert sein. Die 2. Immunisierung muss spätestens 28 Tage vor der Kalbung erfolgen. Wiederholungsimpfungen müssen innerhalb eines Jahres stattfinden. Die Impfungen müssen im HIT eingetragen sein.
  2. Das Kalb muss unmittelbar nach der Geburt mit Biestmilch der eigenen Mutter getränkt werden. Die Biestmilchgabe muss durch eine unterschriebene Tierhaltererklärung nachgewiesen werden.

Wichtig ist, dass beide Punkte erfüllt werden und dass die Neuerungen sich nur auf das Verbringen innerhalb Deutschlands beziehen. Für das Verbringen von Kälbern in die Niederlande ist weiterhin ein negatives Ergebnis im Bluttest nötig, auch wenn die Kälber über eine Sammelstelle in die Niederlande verbracht werden sollen.

Die erleichterte Verbringungsregelung soll so lange gelten bis erneut Blauzunge innerhalb Deutschlands nachgewiesen wird. Unter folgendem Link sind noch einmal alle Maßnahmen übersichtlich aufgeführt: https://umwelt.hessen.de/verbraucher/tiergesundheit-tierseuchen/tierkrankheiten-tierseuchen/blauzungenkrankheit.

Eure Katrin Schmid