Jahresrückblick 2021

Jahresrückblick 2021

Wieder ist ein ereignisreiches Jahr vergangen und auch wir von Kuhkraft-gute, gesunde Kühe wollen im traditionellen Jahresrückblick Rückschau halten, auf die Dinge, die uns im letzten Jahr bewegt haben:

Natürlich war es die Corona Pandemie, die auch das Jahr 2021 beherrschte. Die Infektionswellen drei und vier haben unser Land heimgesucht, zu großen Einschränkungen im öffentlichen Leben, zu überfüllten Intensivstationen und zu mehr als 100.000 Toten in Zusammenhang mit dieser Erkrankung geführt. Um die Seuche in den Griff zu bekommen, bleibt die Impfung alternativlos. Es ist nur die Impfung, die uns ein normales Leben wieder zurückbringen kann. Nun sieht es aktuell so aus, als ob die neue, deutlich ansteckendere Omikron-Variante des Coronavirus nahezu ausschließlich milde bis sogar symptomfreie Krankheitsverläufe produziert. Wir werden abwarten müssen, ob diese Variante letztendlich sogar als Booster für die sogenannte „Herdenimmunität“ dienen kann.

📺 Digitaler 9. Tag der Herdenbetreuung

Sei’s drum, auch die Coronaseuche konnte uns nicht davon abhalten, den von Ihnen mittlerweile gleichermaßen geschätzten wie lieb gewonnenen Tag der Herdenbetreuung am 10. März stattfinden zu lassen. Natürlich … digital! Kuhkraft hat keine Kosten und Mühen gescheut, um mit Ihnen per Livestream die Analyse der Daten des Jahres 2020 durchgehen zu können. Außerdem konnten wir der Tradition folgen und per Videoschalte die besten Betriebe in puncto Fruchtbarkeit und Leistung, Eutergesundheit, beste Grassilage sowie beste Maissilage auszeichnen. Es ist jedes Jahr ein Highlight, wenn sich die Betriebe untereinander anhand ihrer eigenen Zahlen vergleichen können. Zu wissen, wo ich stehe, welches meine Marktposition ist, welches Entwicklungspotential noch in meinem Betrieb & meiner Herde steckt, das sind doch die entscheidenden Fragen, die wir uns immer wieder stellen müssen, wenn wir in der Milchproduktion erfolgreich wirtschaften wollen.

✔️ Startschuss für die flüssigen sauren Salze

So hat denn dieser digitale 9. Tag der Herdenbetreuung auch das Startsignal für das nächste Level der Stoffwechselgesundheit unserer Kühe in der Transitphase gegeben: Die Ansäuerung der Ration für die Close up Kühe in den letzten 21 Tagen vor der Kalbung mit diesem neuartigen, weil flüssigen, sauren Salz lässt auch die älteren Kühe problemlos diese für den Stoffwechsel so herausfordernde Phase durchlaufen. Keinen Knick im Kalziumstoffwechsel mehr bedeutet für die Tiere ein deutlich höheres Maß an Mobilität. Das gilt sowohl für die Skelettmuskulatur und damit den Gang zum Trog, als auch die Muskulatur der Verdauung und damit die Passagerate. So werden in den ersten zehn Tagen nach der Kalbung deutlich höhere Futteraufnahmen und damit auch Milchleistungen erzielt. Kühe mit 50 kg Milch bereits am zehnten Tag nach der Kalbung sind hierdurch keine Seltenheit mehr.

In einer ersten Kuhkraft-eigenen Auswertung konnten wir feststellen, wie stark die folgenden, für die Transitphase typischen Probleme, abgenommen haben:

Milchfieber 43%
Nachgeburtsverhalten 26%
tote Kühe im peripartalen Zeitraum (um die Kalbung) 69%

Diese Zahlen motivieren uns erheblich, in dieser Richtung weiterzumachen und unseren Kühen weiterhin einen optimalen Start in die Laktation zu garantieren. Logisch ist dabei, dass die Ansäuerung der Ration streng kontrolliert werden muss. Die wichtigsten Kontrollinstrumente sind dabei das digitale pH-Meter und die Erhebung der Trockensubstanzaufnahme der Close up Gruppe.

💪 Mehr Power für unsere Frischmelker

Kuhkraft hat dann auch mit dem Kuhkraft-Power-Mix ein neues Tor zur Versorgung unserer Herden jenseits der 12.000 kg bzw. 13.000 kg aufgetan. Mit einer neuartigen Mischung von Ölsäure, die aus Raps gewonnen wird, und einem unter zertifizierten Bedingungen produzierten Palmfett ist es möglich, unsere Frischmelker gerade in den ersten 21 Tagen nach der Kalbung besonders gut zu unterstützen. Aus der Verarbeitung des Raps kommt darüber hinaus noch geschütztes Eiweiß in die Ration. Folglich verlieren die Tiere weniger an Kondition und sind dennoch in der Lage, mehr Milch zu produzieren.

🚜 Ernte 2021

Rückblick_Grasernte 2021

Ganz besonders wichtig war dies im vergangenen Jahr, in dem es so verdammt schwierig war, richtig gute Qualitäten bei der Grassilage zu produzieren. Der Mai stellte sich als überaus regenreicher Monat dar, sodass die Zeitfenster für einen optimalen Schnitt extrem klein waren. So war es den meisten Betrieben in Kuhkraftland noch möglich, einen guten bis sehr guten 1. Schnitt einzufahren. Der 2. Schnitt hingegen kam aufgrund häufig fehlender Logistik deutlich zu spät zu Fall. Viele Häcksler waren einfach noch mit dem 1. Schnitt der übrigen Betriebe zugange. NDF-Gehalte von mehr als 50 % in diesem 2. Schnitt 2021 sind daher keine Seltenheit.

Überhaupt, es war ein regenreiches Jahr 2021, welches den Quantitäten, vor allem beim Mais, entgegenkam. Sämtliche Silos sind gut gefüllt, wenn nicht sogar übervoll. Die Qualitäten beim Gras lassen, wie beschrieben, größtenteils deutlich zu wünschen übrig. Beim Mais hingegen passt die Qualität in der zurückliegenden Ernte vorwiegend gut, der Stärkegehalt liegen im Schnitt bei 32 %, das sind etwa 2 % mehr als in der Ernte 2020. So müssen wir denn in Kuhkraftland als Grassilageland kräftig zirkulieren und unsere mäßigen Grassilagequalitäten entsprechend verschneiten bzw. ausgleichen, um dennoch entsprechende Milchmengen zu erzielen.

Rückblick_Maisernte 2021

🥛 Milchpreis & Umwelt

Denn die Milchmenge machts! Der Milchpreis liegt aktuell so hoch wie schon Jahre nicht mehr und wird auch mittelfristig dieses hohe Niveau keinesfalls verlassen. Gleichzeitig wird der Fokus auf den eigenen CO₂-Fußabdruck für jeden Betrieb zum Standard. Erfreulicherweise spielt uns auch hier die hohe Leistung der Einzelkuh in die Karten, weil wir dadurch den Methanausstoß und damit das CO₂ Äquivalent deutlich reduzieren. Gerade jetzt gilt es, alles Mögliche dafür zu tun, dass unsere Kühe ihr Potenzial möglichst optimal ausschöpfen.

👩‍🏫 Workshops im November

Endlich! Endlich konnten wir im zurückliegenden Jahr wieder Präsenzveranstaltungen organisieren. Für Referent:innen und Teilnehmer:innen ergibt sich eine komplett andere Atmosphäre, wenn sie Auge in Auge mit ihrem Gegenüber sprechen können Das Erlebnis wird intensiver, auch fachliche Aspekte prägen sich schlichtweg tiefer ein. So war es denn am 9. November wieder so weit, unser allseits bekannter Workshop „Umgang mit Problemtieren“ mit seiner, aufgrund ihrer mittlerweile überregional geschätzten Fachkenntnis und Lehrmethode, Standardreferentin Katrin Schmid fand in Präsenz statt. Problemkühe erkennen, Problemkühe managen, das ist tagtägliche Arbeit und die tagtägliche Herausforderung, mit der sich die Teilnehmer:innen im Workshop unter Katrins Leitung weiterbilden konnten.

Aber auch Präsenzveranstaltungen mit externen Referent:innen waren wieder möglich. Deshalb ging es Knall auf Fall am 17. November weiter mit dem Workshop zum Thema Eutergesundheit. Dr. Friederike Reinecke vom Regierungspräsidium in Gießen, eine ausgewiesene Expertin für das große Feld „Automatisiertes Melken“ referierte über alle möglichen Schattierungen, gleichsam Chancen wie Risiken, ausführlich. Bei solch einem Expertenteam darf einer nicht fehlen: der Mann, der „Euter lebt“, Professor Dr. Volker Krömker von der dänischen Universität in Kopenhagen. Wer solch eine Gelegenheit, einen von fünf weltweit anerkannten Eutergesundheitsexperten aus der „Champions League“, mit den ganz konkreten Problemen seines landwirtschaftlichen Betriebes zu konfrontieren, zu löchern, der ist selbst dran schuld. Diejenigen jedoch, die an diesem 17. November dabei waren, haben jede Menge dazugelernt.

🔄 Entwicklungen im Kuhkraft-Team

Ein kurzer Rückblick auf das Team von Kuhkraft sei mir an dieser Stelle auch gestattet. Im Juni mussten wir uns von unserer langjährigen Mitarbeiterin, Jenny Petri verabschieden. Das hat uns, aber auch vielen Kund:innen sehr leid getan, denn die Tatkraft dieser Frau steht außer Frage. Auf der Suche nach neuen Mitarbeiter:innen sind wir leider noch nicht fündig geworden. Der Arbeitsmarkt in diesem Sektor scheint wie leergefegt und wir sind weiter auf der Suche.

📷 Kuhkraft in den Medien

In den sozialen Medien hat Kuhkraft seine Präsenz weiter ausgebaut. Bis zum 31. Dezember wurde unsere Seite “Kuhkraft-gute, gesunde Kühe” auf Facebook 555-mal mit „Gefällt mir“ gekennzeichnet. Außerdem finden auch unsere wöchentlichen Instagram Posts finden immer mehr Anhänger. Bis Ende November konnten wir 679 Follower zählen. Unser „Insta-Team“ wird sich auch in 2022 bemühen, Sie mit Neuigkeiten und wertvollen Tipps rund um den Umgang mit Ihren Kühen zu versorgen.

🎉 2022 wird ein Fest!

Das neue, just angebrochene Jahr 2022 stellt für uns ein ganz besonderes dar: Denn wir feiern! 

Wir feiern 10 Jahre Kuhkraft gute, gesunde Kühe!

10 Jahre erfolgreich am Markt intensive Zusammenarbeit mit Ihnen, liebe Landwirt:innen gute und gesunde Kühe

Aus diesem Anlass werden wir am 14. und 15. Juni ein Kälbersymposium mit Experten aus Übersee, am Samstag, den 18. Juni, dann das „Kuhkraft-Dorffest“ mit einer Tierschau und vielen weiteren Highlights organisieren.
Wir freuen uns schon sehr auf diese „Festwoche“ während dieser wir zunächst mit Ihnen das Neueste zum Thema Kalb hören, dann aber am Samstag auch das ein oder andere Bierchen oder Glas Wein mit Ihnen genießen wollen, nachdem jeder Betrieb seine schönste Kuh präsentiert hat. Das wird ein Fest!!

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Mit herzlichem Dank und einer tiefen Verneigung vor Ihrer täglichen Arbeit und Ihren Kühen bin ich voller Euphorie für die vor uns liegende Zeit Ihr

Franz Zimmer