Jahresrückblick 2020

Jahresrückblick 2020

Zu Jahresbeginn ist es immer wieder sinnvoll, auf das vergangene Jahr zurückzublicken, auf das was gewesen ist, auf das, was gut und was schlecht gelaufen ist, um hernach Konsequenzen ziehen zu können, sich neue Ziele zu setzen, die in diesem neuen Jahr 2021 erreichbar sind.
Genau zu diesem Zweck laden wir Sie, verehrte MilchviehhalterIn ein, mit uns im Jahresrückblick 2020 das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen.

💉 Impfstart bei Kuhkraft

Im Januar begannen wir, unsere Kälber mit einem neuen Grippeimpfstoff (Bovilis Intra RSP) zu schützen, die Art der Anwendung wurde erleichtert und die Impfkosten konnten gesenkt werden. So kamen wir erfolgreich durch die neue Grippesaison im Herbst und die Ergebnisse können sich sehen lassen.

➡️ Denn, „Vorbeugen ist besser als heilen!“.

Im Januar ging es ebenfalls um die weitere Vorgehensweise bezüglich der Blauzungenimpfung, die wir Ihnen auch in 2021 uneingeschränkt empfehlen. Die Restriktionen bleiben auch in diesem Jahr weiter bestehen und eine ordnungsgemäße Vermarktung von Kälbern und Zuchtvieh ist nur mit einem vollständig geimpften Bestand möglich.

Nur noch vereinzelt kommen kritische Fragen von Landwirten nach Impfschäden durch die Blauzungenimpfung. Diese können wir mit dem aktuell bzw. in der Vergangenheit angewandten Produkt absolut verneinen. Darüber hinaus kümmern wir uns, wie bereits in den Vorjahren, um die Beihilfen zur Blauzungenimpfung, die das Land Nordrhein-Westfalen seinen Landwirten gewährt.

🦠 Ein Virus, das Kuhkraft-Land bewegt

Dann kam Corona und mit dieser weltumspannenden, hoch ansteckenden Infektionskrankheit hat sich unser aller Leben komplett geändert. Plötzlich wurden wir in einer bisher nie da gewesenen Weise mit einer Krankheit konfrontiert, die den täglichen Umgang mit sozialen Kontakten in der ganzen Welt auf den Kopf gestellt hat. Wir wurden und werden bis heute zu Distanz verbannt, das Tragen eines Mundnasenschutzes gehört mittlerweile zum Alltagsbild.

Die Wirtschaft, vor allem die Konsumgüterindustrie, wurde und wird noch immer stark heruntergefahren, um die Infektionszahlen und damit auch die Rate tödlicher Erkrankungen zu senken. Mit den mittlerweile zugelassenen Impfstoffen sehen wir dennoch Licht am Ende des Tunnels. Wir als TierärztInnen und Sie als TierhalterInnen wissen genau, was Impfstoffe leisten können oder wie wichtig regelmäßig durchgeführte Impfungen für die Gesundheit unserer Rinder sind.

👨‍🏫 Kuhkraft, die Kraft, die Wissen schafft

Kuhkraft hatte riesiges Glück, den Tag der Herdenbetreuung im Jahr 2020 noch in vollem Umfange durchführen zu können. Zum achten Mal konnten wir an zwei aufeinanderfolgenden Tagen im März ganz Kuhkraft-Land in unseren Bann ziehen.

Einerseits zog es uns in den Bann des Benchmarking, da jeder Betrieb sich anhand seiner Daten vergleichen und dann in jeder Kategorie entsprechend einordnen konnte.
Es ist jedes Jahr wieder ein Highlight, die Sieger in den einzelnen Kategorien beglückwünschen zu dürfen. Wir gratulieren Ihnen mit Freude für Ihre erfolgreiche Arbeit, die tagtäglichen Einsatz im Stall, aber auch auf dem Grünland und dem Maisacker erfordert. Sieger zu sein, das motiviert auch diejenigen, die nicht gewonnen haben, es den Siegern gleichzutun, sich neue Ziele zu stecken und damit den eigenen Betrieb weiterzuentwickeln.

Andererseits zog es uns in die geheimnisvolle Welt der Klauengesundheit, geleitet durch unseren Special Guest und Workshopleiter Professor Dr. Alex Starke von der Universität Leipzig samt MitarbeiterInnen an der Universität sowie hoch qualifizierten Klauenpflegern aus Österreich und Deutschland.
Sowohl in der Theorie als auch in der Praxis konnte uns dieses Team begeistern. Ich bin überzeugt, dass jeder, der zu diesem Thema etwas lernen wollte, eine Menge an neuen Eindrücken und Motivationen mitnehmen konnte.

➡️ Eine rundum gelungene Sache!

🐮 365 Tage Fütterung aktuell

2020 war das dritte Jahr in Folge, in dem die Landwirte in Kuhkraft-Land mit einer übermäßigen Trockenheit bzw. deutlich zu geringen Niederschlägen zu kämpfen hatten.

Besonders niederschmetternd hat sich diese Trockenheit auf die Qualität der 2020er Maissilage ausgewirkt. In den meisten Regionen fehlte gerade in der Zeit des Fahnenschiebens die entsprechende Menge an Regen. Die Folge waren zu kleine Kolben, die zwar meist vollständig gefüllt mit Körnern waren, jedoch auf fast keinem Betrieb entsprechend stärkere Erträge gebracht haben.

So wurde die Rationsumstellung milchmengenmäßig zum Desaster. Das betraf besonders die Betriebe, die bereits im September auf die 2020er Maissilage umstellen mussten.

  • Leistungsverluste von 3 kg Milch je Kuh und Tag waren dabei keine Seltenheit.
  • NDF-Gehalte von deutlich über 40 % und Stärkegehalte von teilweise weit unter 30 % ließen die Menge an im Pansen produzierter Propionsäure „fast auf null schrumpfen“.
  • Die Essigsäureproduktion gewann derart an Oberhand, dass die Milchfettgehalte durch die Bank um fast drei Zehntel gestiegen sind.

➡️ Satte Inhaltsstoffe, aber keine Leistung, das war der Tenor in den zurückliegenden drei Monaten.

Mittlerweile können wir auch hier allmählich leichte Entwarnung geben, denn die Leistungen ziehen an und die Fettgehalte fallen leicht. Das sind Signale, die wir dahingehend werten, dass die Stärkeverdaulichkeit der Maissilage im Pansen besser wird. So können wir die bis dahin teils unglaublich hohen Mengen an Getreide in der Ration langsam reduzieren, um die Milchmenge einigermaßen auf Niveau zu halten. Dadurch senken wir auch die Rationskosten.

Aufgrund dieser extrem schlechten Erfahrung wird es immer interessanter, darüber nachzudenken, mehr Silo-Lagerraum zu schaffen. Damit könnte die Maissilage im Herbst mindestens drei Monate lang ruhen, bevor die Miete geöffnet wird. Denn dann kann die Silage am effektivsten eingesetzt werden, weil die Stärkeverfügbarkeit auf jeden Fall passt.

🥛 Eine Zukunft, in der Milch fließt

Kuhkraft freute sich über die Berechnungen des Thünen-Instituts im November. Diese prognostizieren in den kommenden zehn Jahren einen steigenden Bedarf und damit auch einen steigenden Milchpreis. Der Milchmarkt ist ganz klar auf dem Weltmarkt angekommen.

➡️ „Wenn in China heute ein Sack Reis umfällt, dann berührt das unmittelbar den Milchpreis meiner Molkerei!“

Wir werden uns zunehmend auf diesen Weltmarkt einstellen müssen, wenn wir mit unseren Milchkühen weiter Geld verdienen wollen.
Dabei gönnen wir jedem Landwirt, der beispielsweise mit einer Hofkäserei eine Nische bedienen kann, seinen Erfolg. Denn diese Nische kann eine deutlich höhere Wertschöpfung als jede Molkerei bieten.

💪 Ein starkes Team für gute, gesunde Kühe

Kuhkraft hat sich in 2020 zu einem starken Team weiterentwickelt. Wir begrüßen drei neue Tierärztinnen Johanna Joswig, die seit März im Namen von Kuhkraft unterwegs ist, sowie Jenny Dahms und Marion Nörtershäuser, die seit August unser Team verstärken. In der Verwaltung gab es ebenfalls Zuwachs. Annette Becker heißt die freundliche Stimme am Telefon, die Sie, liebe KundInnen, tagein tagaus begrüßt und Ihre Anliegen koordiniert. Darüberhinaus wird mit dem Zugang von Klara Zimmer „Arbeitsorganisation“ großgeschrieben. Klara hat uns intern deutlich nach vorne gebracht und hilft auch Ihnen, Ihren Betrieb in dieser Hinsicht weiterzuentwickeln. Zögern Sie also nicht, stellen Sie einen Kontakt her.

🌐 Kuhkraft online…

Kuhkraft hat dann auch am Jahresende seine mediale Präsenz ausgeweitet und ist seit Dezember auf Instagram aktiv. Seien Sie dabei, folgen Sie unseren eingestellten Beiträgen und Storys!

Außerdem versenden wir ab sofort unsere Q-Tipps auf neuem Weg. Wenn Sie weiterhin einmal im Monat über Neuigkeiten in Kuhkraft-Land informiert sein wollen und noch nicht angemeldet sind, können Sie das hier nachholen.

🙏 Danke!

Zum Schluss dieses Rückblicks bleibt wieder dieses kleine, aber doch so mächtige Wort über: Kuhkraft sagt „Danke!“.

Wir sagen danke für die immer intensiver werdende Zusammenarbeit mit Ihnen, liebe MilchviehhalterInnen in Kuhkraft-Land. Uns macht es einen Riesenspaß, mit Ihnen und Ihren Kühen zu arbeiten und dabei sowohl Herde als auch Betrieb weiterzuentwickeln.
Was unsere Arbeit dabei so spannend macht, sind zwei Dinge:

  1. Ein Höchstmaß an Kontrolle, um Negativtrends aufzuspüren und abzustellen, bevor sie Schaden anrichten können.
  2. Ein ständiges Kopfzerbrechen darüber, was unsere Kühe brauchen, um gesund zu bleiben und in der Folge ordentlich Milch zu geben.

😎 So geht es weiter:

Genau so wollen wir auch in diesem Jahr 2021 für Sie und Ihre guten, gesunden Kühe da sein! Wir versorgen Sie mit neuestem, evidenzbasierten Wissen, damit der Umgang mit den in unsere Verantwortung gegebenen Tieren Schritt für Schritt und Tag für Tag, ein wenig besser gelingt. Dabei werden wir uns voraussichtlich dem Medium der Online-Fortbildung bedienen. Wir halten Sie auf dem Laufenden!

Für das Kuhkraft-Team bin ich Ihr Franz Zimmer